Arzt-Informationen


Vorbemerkungnach oben

Die folgenden Themen waren für einweisende niedergelassene Ärzte und Mitarbeiter komplementärer Einrichtungen in der Zusammenarbeit mit der Friedrich-Husemann-Klinik von Bedeutung.

Wir haben unsere Antworten für Sie zusammengefasst und mit den entsprechenden Bereichen unseres Medizinisch-Therapeutischen Konzeptes (MTK) und des KTQ-Qualitätsberichtes (KTQ) unserer Klinik verlinkt.

 


1. Konzept und Behandlung nach oben

1.1 Worauf fußt Ihr Behandlungskonzept?

Das Therapiekonzept der Friedrich-Husemann-Klinik verbindet den Wissenstand der klassisch-psychiatrischen Therapie mit dem soziologischen Ansatz der Mileutherapie, gesprächs- und psychotherapeutischen Verfahren und den therapeutischen Erweiterungen aus der anthroposophisch menschenkundlichen Betrachtungsweise Rudolf Steiners.

Die anthroposophische Medizin unterscheidet sich von konventioneller Medizin vor
allem dadurch, dass sie nicht nur die Krankheit als etwas Fremdes im Menschen sieht, son-dern den Menschen als Ganzes in seiner Krankheit. Neben pathogenetischen
haben vor allem salutogenetische Aspekte eine große Bedeutung.

siehe MTK Vorbemerkung
 

1.2 Welche Behandlungsschwerpunkte haben Sie?nach oben

Unsere Behandlungsschwerpunkte liegen bei depressiven und manischen Erkrankungen, Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen und schizophrenen Erkrankungen.
Außerdem behandeln wir Patienten mit neurotischen-, Belastungs- und somatoformen Störungen, Essstörungen und organischen psychischen Störungen.
Suchterkrankungen behandeln wir nur in besonderen Fällen, wenn sie begleitend bei anderen seelischen Erkrankungen auftreten.

siehe MTK Diagnosen

Patienten, deren Krankheiten psychogenen Ursprungs scheinen, können stationär zur weiteren Abklärung und Betreuung in der FHK aufgenommen werden. Psychosomatische Krankheiten im engeren Sinne behandeln wir nicht (Asthma, Magengeschwür, Colitis Ulcerosa, Morbus Crohn usw.).

 

1.3 Wie sehen die Grundzüge Ihrer Behandlung aus?nach oben

Unsere Therapieformen wirken auf die Zusammenhänge zwischen Körper, Seele und Geist ein.

siehe MTK Krankheitsbegriff

Neben der medikamentösen Einstellung und Behandlung steht der therapeutische Zugang zum Patienten sowie der umfassend fortwährende Kontakt zu Fachpersonal im Klinik- und Stationsalltag.

In ihrer körperlichen Ausprägung wird die Krankheit behandelt durch:

  • Medikamentöse Therapie (Psychopharmaka und naturheilkundliche sowie anthroposophische Medikamente)
  • Äußere Anwendungen (Bäder, Wickel, Einreibungen u. a.)
  • Physiotherapie (Rhythmische Massage, Krankengymnastik)
  • Eurythmie

Seele und Geist werden verstärkt von folgenden Therapien angeregt:

  • Kunsttherapie (Plastizieren, Malen, Musik, Sprachgestaltung)
  • Werktherapie (Weben, Flechten, Holzarbeit)
  • Arbeitstherapie (Garten, Wald, Küche)
  • Gesprächs- und Psychotherapie
  • Klinische Sozialarbeit
  • Psychoedukative Gruppen
  • Gesprächsgruppen zu Sinn- und Lebensfragen
  • Kulturelle Angebote (Vorträge, Konzerte u. a.)

siehe MTK Therapie

 

1.4 Welche Vorteile bietet eine Behandlung durch anthroposophische Medizin?

  • Die Behandlung tiefer funktioneller Störungen im körperlich-seelischen Zusammenhang geht über die bloße Symptomreduktion hinaus. So kann z. B. eine Hyperthermiebehandlung mit Überwärmungsbädern den Zustand bei chronische Depressionen verbessern.
  • Die Kunst- und die Werktherapie wenden sich unmittelbar an die erlebende Seele und regen das schöpferische Vermögen an. Sie führen zu neuer Selbstwahrnehmung und neuer Eigenstrukturierung.
    Die gezielte kunst- und werktherapeutische Einzelbehandlung sowie die Gruppensitutation ergänzen so wesentlich das psychotherapeutische Gespräch.
  • Sinnfragen sowie spirituelle und religiöse Fragen können im Rahmen der Behandlung gestellt werden und werden ernst genommen.


1.5 Widerspricht die anthroposophische Behandlungsweise den anerkannten medizinischen Methoden?
nach oben

Die anthroposophische Medizin ergänzt und erweitert das Wissen der gegenwärtigen Medizinischen Wissenschaften um die geistigen Bedingungen von Mensch und Krankheit.

siehe MTK Heilmethode


1.6 Wenden Sie allgemein anerkannte Leitlinien an?nach oben

Die "Praxisleitlinien der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde" finden bei uns Anwendung.

siehe MTK Heilmethode


1.7 Haben Sie darüber hinaus hausinterne Leitlinien?nach oben

Wir haben zu den einzelnen Krankheiten, die wir behandeln, hausinterne Behandlungs-leitlinien entwickelt. Für die verschiedenen Therapieverfahren (Physiotherapie, Heileurythmie, Kunst-, Werk- und Arbeitstherapie, Milieutherapie, Gesprächsgruppen) haben wir Verfahrensanweisungen festgelegt. Im Bereich der Pflege gelten verbindliche Standards.


1.8 Ist Ihr Konzept wissenschaftlich abgesichert?nach oben

Mit der AMOS-Studie gibt es eine wissenschaftliche Studie über die ambulante Behandlung depressiv Erkrankter nach anthroposophischen Gesichtspunkten.
Es liegen Dissertationen zur Behandlung depressiv Erkrankter mit Überwärmungs-
bädern und mit Musiktherapie vor.
 

1.9 Welche Maßnahmen der Qualitätssicherung haben Sie ergriffen?nach oben

Die Klinik ist seit dem 15.12.2005 nach dem Verfahren KTQ zertifiziert. Mit unserem systematischen Qualitätsmanagement steuern wir einen kontinuierlichen Verbesserungs-Prozess.
 

1.10 Haben Sie störungs-spezifische Behandlungsangebote?nach oben

Es gibt für die einzelnen Krankheitsbilder hausinterne schriftliche Behandlungsleitlinien.

 

1.11 Gibt es besondere Ernährungsangebote?nach oben

Unsere eigene Küche verarbeitet überwiegend biologische und biologisch-dynamische Lebensmittel. Täglich werden Normalkost oder vegetarischen Speisen frisch zubereitet, die auch als Schonkost den Patienten zur Auswahl stehen.
Die Qualität der eigenen Küche wird in der Patientenbefragung sehr positiv bewertet.


1.12 Wie sieht der Patientenalltag in der Klinik aus?nach oben

Der Alltag des Patienten ist verlässlich gestaltet. Er orientiert sich an dem individuellen Behandlungsplan. Dieser ist Grundlage für einen klaren Tages- und Wochenrhythmus, der einerseits Halt und äußere Struktur bietet, andererseits auch Freiräume für Eigeninitiative und Eigenständigkeit belässt. Darin drückt sich Annahme und Wertschätzung des Patienten in seiner eigenen Persönlichkeit sowie seiner individuellen Erkrankung aus.

Die Patienten werden angeregt, den Tag aktiv mitzugestalten in den alltäglichen Verrichtungen auf der Station, durch die Förderung sozialer Kompetenzen und die Übernahme von Verantwortung für sich und andere (Milieutherapie).

Den Alltag bestimmt der andauernde Kontakt mit dem Pflegepersonal auf der Station, der sich über die dort gemeinsam eingenommenen Mahlzeiten, die Begleitung zum regelmäßigen Kulturangebot zu Sonn- und Feiertagen bis in die gemeinsame Gestaltung der christlichen Jahresfeste mit den Therapeuten erstreckt (Weihnachten, Fasching, Ostern, Pfingsten, Johanni, Michaeli).

siehe MTK Kultur- und Sozialleben

siehe Veranstaltungen

Die Arbeit mit den Therapeuten - einzeln oder in Gruppen - geschieht zu den Therapiezeiten in dafür eigens ausgestatteten Räumen. Der Kontakt und das Gespräch mit den Ärzten findet in deren Räumen auf der Station zu festgelegten Zeiten statt.
 

1.13 Werden Angehörige in die Behandlung miteinbezogen?nach oben

Angehörige und Bezugspersonen werden in die Behandlung mit einbezogen durch die fortlaufende Erhebung fremdanamnestischer Informationen und die Integration in gemeinsame Gespräche mit Ärzten und Patient.

Wenn möglich und sinnvoll nehmen Angehörige schon am Aufnahmegespräch teil. Während des Aufenthaltes und am Ende der Behandlung können weitere Gespräche mit den zuständigen Ärzten vereinbart werden.

In dem vier bis sechs mal jährlich stattfindenen Angehörigen-Seminar besteht die Möglichkeit, kunsttherapeutische Angebote wahrzunehmen und kennenzulernen sowie mit Ärzten, Pflegenden, Sozialarbeitern und Therapeuten ins Gespräch zu kommen.
 

1.14 Welche Wahlleistungsangebote halten Sie vor?nach oben

Die Regelleistung ist das Mehrbettzimmer.
Einzelzimmer und Doppelzimmer sowie die Wahlleistung Arzt können in Anspruch genommen werden.

 


2. Zusammenarbeit zwischen Praxis und Kliniknach oben


2.1 Wie erfolgt die Anmeldung eines Patienten? Kann ich bei der Anmeldung mit einem verantwortlichen Fachkollegen sprechen?

Sie melden den Patienten telefonisch an, in der Regel bei einem Leitenden Arzt (Frau Dr. Kaufmann, Herr Dr. Rißmann), in Vertretung bei einer Oberärztin (Frau Dr. Köhler, Frau Rönnefarth). Dabei werden Diagnose, Schweregrad und Dringlichkeit besprochen und festgelegt, ob der Patient auf eine offene, eine fakultativ schließbare oder eine geschlossene Station aufgenommen wird.

Auch eine schriftliche Anmeldung ist möglich.

Am besten sind wir erreichbar Mo. bis Fr. 8:45 bis 9:30 Uhr,
aber auch zu einer späteren Zeit.

Wir bitten Sie, uns möglichst alle vorhandenen Vorbefunde zur Verfügung zu stellen (Fax-Nr. Sekretariat Leitende Ärzte: 07661 / 392-414).

In besonderen Fällen kann ein Vorgespräch vereinbart werden.
Unser Aufnahmesekretariat teilt dem Patienten den Aufnahmetermin rechtzeitig telefonisch mit.
 

2.2 Können Sie akut aufnehmen und Patienten mit Selbst- und Fremdgefährdung behandeln?nach oben

Es bestehen zwei geschlossene Stationen für gefährdete Patienten. Eine davon ist
nur für Frauen bestimmt.


2.3 Werden die Behandlungskosten vollständig von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen?nach oben

Die Friedrich-Husemann-Klinik ist Plankrankenhaus gemäß SGBV § 108. Alle gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernehmen den Tagespflegesatz in voller Höhe. Mit den Kostenträgern bestehen Verträge für regionale als auch für überregionale Einweisungen auf Grund des anthroposophischen Konzeptes.

Es empfiehlt sich, bei überregionalen Einweisungen zu begründen, warum die Einweisung nicht in das nächstliegende Krankenhaus, sondern in die Friedrich-Husemann-Klinik erfolgen soll.

Fahrtkosten werden von den Krankenkassen nicht übernommen.
Die Aufenthaltsdauer beschränken wir auf ein medizinisch notwendiges und vertretbares Maß, wobei die individuelle Situation nach Rücksprache mit dem Medizinischen Dienst der Krankenkasse berücksichtigt wird.

siehe Stationäre Leistungen und Tarife


2.4 Werden auch sozialpsychiatrische Formen der Weiterbetreuung über eine ärztliche Behandlung hinaus von der Klinik eingeleitet?nach oben

Durch unseren Sozialdienst werden sozialpsychiatrische Maßnahmen, soweit erforderlich eingeleitet, z. B. stationäre soziale oder medizinische Rehabilitation (RPK), Tagesklinik, Betreute Wohngruppen, Familienpflege, Sozialpsychiatrische Dienste, Tagesstätten usw.


2.5 Wie zeitnah erhalte ich den Arztbrief?nach oben

Einen Kurzarztbrief erhält der Patient bei der Entlassung. Für die zeitnahe Zustellung des ausführlichen Entlassungsbriefes haben wir ein Verbesserungsprojekt initiiert.

 


3. Fortbildung nach oben

3.1 Bieten Sie Fortbildungen zur Behandlung bestimmter Krankheiten an?

Wir bieten Fortbildungen an, wo wir die Behandlung nach anthroposophischen Gesichtspunkten erläutern, bezogen auf bestimmte psychiatrische Krankheitsbilder.
Sie erhalten dazu Fortbildungspunkte der Landesärztekammer.


3.2 Wie erfahre ich davon?nach oben

Wir laden Allgemeinärzte, Internisten und Psychiater der Region zu unseren Fortbildungen ein. Auf unserer Homepage finden Sie einen Hinweis.

siehe auch Fortbildung